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Angefacht

Veröffentlicht am 08.10.2018

Roman HoffmannRoman Hoffmann

«Der Nebel war schon bei uns. Er hat hier schon geatmet und gesagt, dass die Sonne bald schlafen geht. Die Erde atmet nur ein Mal pro Jahr...

...Im Frühjahr atmet sie ein und im Herbst atmet sie wieder aus und wenn sie ausatmet kommt der Nebel.»

 

«Jetzt, wo man herausgefunden hat, dass Gold im Weltraum entsteht durch eine Kollision zweier Neutronensterne und zwar in Mengen, die die Masse der Erde locker aufwiegen kann, muss ich zugeben, dass die Deutsche Regierung es richtig macht, als Land ohne Ressourcen auf ihre Einwohner zu setzen, sich mit ihrem ganzen Gewicht auf sie zu setzen und sie zu fordern bis an die Grenzen des Machbaren, bis an jegliche Belastungsgrenze und darüber hinaus und zwar für Schwarze Nullen, für den ersten Platz im Exportolymp und für Mutti. Als hätten sie es schon immer gewusst, dass Gold und ähnliches Blendwerk nicht so wichtig ist wie es scheint, denn es gibt ja genug davon. Doch die Menschen sind der wahre Schatz, also rauf auf den Gaul und reiten, reiten, reiten. Der Gaul soll sich nicht beschweren, schon gar nicht auf solch hohem Niveau wie es in Deutschland herrscht. Zieh Pferchen, zieh, denn nicht die Materie sondern die Tritte und zwar in die Pedale halten den Esel am Laufen.»

 

«Wir Männer können nicht unbedingt gut arbeiten, wir können aber gut arbeiten gehen…»

 

«Ich hab’ ein paar neue Unterhosen, eine neue Jeans und ein neues Hemd. Ich fühl’ mich fantastisch und selbst wie neu. Das neue Garn auf meiner Haut… Etwas Glück und eine glückliche Konstellation der Sterne und das Neu meiner Klamotten überträgt sich auf mich und macht mich auch - neu…»

 

«Die Sucht nach dem Immergleichen, die Sucht nach Routine ist die Sucht nach Sicherheit und ein Zwang, der in eine Routine führt, die nichts mit Sicherheit zutun hat, sondern darauf beharrt das Mittel zu sein die Umgebung kontrollieren zu können. Doch der Umgebung ist’s wurscht, denn die Umgebung ist immer stärker und immer größer und die Umgebung merkt nicht was sie anrichtet und welche Routine sie gerade zermalmt. So ist das mit der Sucht nach Sicherheit. Sicher ist die Veränderung, sie ist die Sicherheit und die kennt keine geraden, starren Linien. Das haben wir in unseren Versuchen unsere Lebenslinien zu gestalten schon alle mal erlebt…»

 

«Das Universum spricht zu uns, meist bei Nacht, wenn es dunkel ist. Das Universum spricht immer, denn es ist immer dunkel. Es ist das Wesen des Universums dunkel zu sein. Nur die Sonne blendet uns am Tag und hält uns vom Zuhören ab, macht uns wach und zwingt uns ihren Lauf auf. Aber das Licht ist in der Unterzahl im Universum, es sieht nur anders aus hier auf der Erde. Also spricht das Universum immer…»

 

©: Roman Hoffmann. / Instagram: @romanhoffmannpoetry